Kulturhinweise für Paphiopedilum

für Zimmerkultur oder Gewächshaus

  Vorkommen

Die einzelnen Arten ( !! alle im Anhang I des Artenschutzabkommens / CITES !!) sind beheimatet in einem Streifen von Indien über China, Thailand bis zum Malaiischen Archipel. Im Handel sind daher hauptsächlich Hybriden. Diese sind für eine Kultur im Zimmer auch viel besser geeignet. Unsere Hinweise gelten aber auch für die Gewächshauskultur in den gemässigten Zonen von Europa.

  Blütezeit

Es gibt das ganze Jahr blühende Arten. Die Hauptblütezeit ist aber im Herbst/ Winter.

  Standort

Es soll ein heller Ort ohne direkte Sonnenbestrahlung mit einer normalen Zimmertemperatur sein, im Winter zwischen 18 und 22 Grad. Bei einem Fensterbrett sollte die darunterliegende Heizung ausgeschaltet oder aber sehr stark gedrosselt werden. Vorsicht ! über einer Heizung steigt die Luft mit einer Temperatur bis zu 60 Grad auf.

  Giessen

Vergessen Sie alle Bücherweisheiten " feucht, aber nicht nass" ! Es soll immer nur dann gegossen werden, wenn der Pflanzstoff seit 1 - 2 Tagen ausgetrocknet ist. Das heisst, das kann im Sommer und während der Heizperiode ein- bis zweimal pro Woche sein. Vorsicht ! in der Übergangszeit, wenn Aussen- und Innentemperaturen gleich sind, kann es 1 - 3 Wochen dauern. Wenn gegossen wird, soll nachher der Pflanzstoff triefend nass sein. Dieses Prozedere fördert sehr die Wurzelbildung! Die Pflanzen dürfen nie im Wasser stehen, also keine Unterteller oder Übertöpfe. Umgekehrte Unterteller lassen sich aber sehr gut verwenden in einer Wasserwanne.  Pflanzen nicht besprühen! Die Luftfeuchtigkeit sollte durch andere Massnahmen erhöht werden: auf der Fensterbank durch eine untergestellte Wasserwanne, im Gewächshaus durch tägliches Besprühen unter den Tischen und auf den Gehwegen. Wenn möglich Regenwasser verwenden.

  Düngen

Es kann bei jedem Giessen ein Viertel bis die Hälfte der angegebenen Menge Dünger zugegeben werden, z.B. Wuxal.

  Umtopfen

Jährlich, aber längstens alle 2 Jahre, in den kleinstmöglichen Topf. Tote Pflanzenteile und Wurzeln sowie alte Pflanzstoffreste entfernen. Die Pflanze unter fliessendem Wasser sauber reinigen. Als Pflanzstoff eignet sich feine Rinde mit einem Zusatz eines Feuchtigkeitshalters, z.B. Perlit, Schwammgummiflöckchen, Holzkohleschrot oder Torf und etwas Kalkschrot 3 -7 mm. Unbedingt auf einen Giessrand von mindestens 1 cm Höhe achten.

  Parasiten

Die grösste Gefahr, nebst Schnecken, stellen Schildläuse dar: kleine, rundliche bis ovale, scheinbar unbewegliche Plättchen von bräunlicher bis gräulicher Farbe mit einem Durchmesser von 0,x – ca. 3 mm. Sie treten oft an der Blattunterseite den Nerven entlang meist in grossen Mengen auf. Beim Befall von Schildläusen muss sofort gehandelt werden, im Zimmer am besten durch Besprühen mit einer Lösung aus je der Hälfte Brennsprit und flüssiger Schmierseife.

  Krankheiten

Auch der Frauenschuh ist nicht vor Krankheiten gefeit. Die schlimmste ist das Faulen der Triebe von der Basis her. Leider ist uns bis heute kein Mittel bekannt (für Hinweise sind wir sehr dankbar), das einen absoluten Erfolg verspricht. Als Massnahme mit Teilerfolgen gibt es nur das sofortige Bestreichen der befallenen Stellen mit einem Brei aus Holzkohlepulver oder gemahlenem Zimt und Wasser. Die Blattflächen müssen unten und oben bis tief ins Herz bestrichen werden, am besten mit einem feinen Pinsel.